Familien und die Grunderwerbsteuer
Ein weiteres Mal ist Immo.FM bei Christian Gérôme zu Gast. Anlass ist die Frage: Wie kommt eine Familie mit zwei Kindern in Berlin eigentlich an eine eigene Wohnung?
Sie tritt gegen Anleger aus aller Welt an, bis hin nach Singapur. Im teuren Neubau sieht Gérôme teilweise schon eine Preisblase: „Ich sehe einfach in der Stadt nicht die Kaufkraft.“
Sein Vorschlag vom Februar 2018: Familien, die zum ersten Mal und bis zu einer Preisgrenze kaufen, zahlen nur die halbe Grunderwerbsteuer, und für jedes Kind steigt die Grenze.
Fördern, ohne Geld auszugeben
Mirko Otto erklärt, warum gerade diese Steuer drückt: Eine Familie muss sie bar hinlegen, weil keine Bank sie mitfinanziert.
Gérôme nennt den Nachlass eine indirekte Förderung, weil der Staat dafür nichts ausgibt. Ihm geht es dabei um mehr als Geld: „Jeder, der Eigentum hat, hat auch Verantwortung.“
Bleibt alles, wie es ist, weichen Familien ins Umland aus. Dann pendeln sie jeden Tag in die Stadt und zahlen ihre Steuern woanders.
Drei Gedanken aus der Folge
Muskelhypothek. Ist die Wohnung dafür günstiger, streichen viele Käufer das Kinderzimmer gern selbst. Bauträger könnten also schlichter bauen, um unter der Preisgrenze zu bleiben.
Brachflächen. Gérôme sieht in Berlin viele ungenutzte Flächen. Würden sie Bauland, auch für Familien, wäre nach seiner Ansicht viel Potenzial da.
Der Notar. Der Moderator ärgert sich über die Gebühren, und beide Gesprächspartner widersprechen: Die Sicherheit des deutschen Grundbuchs sei nicht selbstverständlich und koste eben Geld.
Mirko Otto würde außerdem das Aufteilungsverbot in Milieuschutzgebieten aufheben. Was dort gilt, lesen Sie im Beitrag Umwandlung in Berlin: Was die Verordnung für Mietshaus und Wohnung bedeutet.
Das alles sind Ideen von 2018 und kein geltendes Recht. Die Sendungsnotiz von damals nannte sie vernünftig und weitsichtig, nur rufen sie allesamt die Politik zur Hilfe.