Güterbahnhof Greifswalder Straße
Zur 50. Ausgabe treffen wir Christian Gérôme, Geschäftsführer der „Allgemeinen Immobilien-Börse“. Ein „Stargast“ will er nicht sein, und in eine Schublade lässt er sich ohnehin nicht stecken.
Den alten Güterbahnhof Greifswalder Straße am Ernst-Thälmann-Park hat er nach eigenen Worten 2010 gekauft. „Es war im Prinzip ein Schrottplatz“, sagt er über die betonierte Brache.
Geplant sind 600 Wohnungen zur Miete und zum Kauf. Zum Zeitpunkt der Sendung, im Februar 2018, ist trotzdem kein Spatenstich erfolgt.
Warum wird nicht gebaut?
Wie kann das passieren in einer Stadt, die wenig so dringend braucht wie neuen Wohnraum? Christian Gérôme erzählt von wechselnden Vorgaben, von Bezirk und Senat und von einer Anwohnerinitiative.
Deren Einwände (Park, Frischluftschneise, Verschattung) hält er für vorgeschoben. Das Grundstück liege im Norden: „Der Einzige, der verschattet wird, ist die Deutsche Bahn.“
Es ist leicht, einem erfolgreichen Geschäftsmann seinen Erfolg vorzuwerfen. Wir haben uns die Mühe gemacht, einmal seine Seite anzuhören. Anwohner und Politik kommen hier nicht zu Wort.
Drei Gedanken aus der Folge
Geduld. Immobilien seien eine langfristige Sache, sagt Christian Gérôme. Er habe gekauft, als kaum jemand an Wohnungsbau in Berlin glaubte, und zunächst ohne fertigen Plan.
Mischung. Nach dem Stand der Sendung sollten rund 250 der 600 Wohnungen preisgünstig vermietet werden, ein Teil davon durch eine städtische Wohnungsgesellschaft.
Risiko. Wenn jemand ein solches Risiko eingeht, muss er am Ende auch Geld verdienen dürfen, sagt Mirko Otto. Sonst vertreibe die Stadt auf Dauer jeden Unternehmer.
Was aus dem Grundstück seither geworden ist, erzählt diese Folge nicht mehr. Sie zeigt, wie ein Bauherr die Jahre des Wartens erlebt hat.