Wann zum Schadstoffgutachter?
Er ist Detektiv, aber kein Polizist, und Chemiker, aber ohne Kittel.
Michael Wachotsch, Gast im Februar 2019, ist Sachverständiger für biologische und chemische Gebäude- und Innenraumdiagnostik in Berlin.
Gerufen wird er, wenn es in Haus oder Wohnung riecht, wenn ein Dachstuhl ausgebaut werden soll oder wenn jemand kaufen will und von Schadstoffen gehört hat.
Sein erstes Werkzeug ist die Nase. Erst wenn sie nicht weiterweiß, nimmt er Proben für das Labor, und zwar nur die zielführenden, weil das Labor den größten Teil der Kosten ausmacht.
Was das Baujahr verrät
Vor dem Kauf fragt er: Wie alt ist die Immobilie, was wurde umgebaut, und was haben Sie selbst vor? Als Faustregel nennt er geringe Verdachtsmomente bei Baujahren vor 1920 und ab 2000.
Dazwischen wurde vieles verbaut, was heute Sorgen macht: Asbestzement an Fassaden und Dächern, Teerkleber unter Parkett, Holzschutzmittel im Dachstuhl. Heikel wird es oft erst, wenn Sie umbauen.

Zur Besichtigung kommt er meist als guter Freund mit, damit die Verhandlung nicht leidet. Mehr zur Begleitung beim Kauf finden Sie auf der Seite Gutachter beim Hauskauf.
Drei Gedanken aus der Folge
Fertighaus. Der scharfe Kellergeruch mancher Fertighäuser stammt von Chloranisolen, die sich bei Feuchte aus alten Holzschutzmitteln bilden. Hoffen Sie nicht, ihn wegzurenovieren: „Der bleibt.“
Ost und West. Die DDR hatte andere Kleber, Farben und Bodenbeläge. Im Osten waren nach seinen Worten rund 80 Prozent der Dachstühle öffentlicher Häuser behandelt, im Westen etwa 20 Prozent.
Ohne Geruch. Starker Geruch treibt Sie wenigstens aus dem Raum. Schlimm wird es nach seinen Worten erst bei einem Giftstoff, der nicht riecht.
In fast 80 Minuten geht es außerdem um ein Bett, das wach macht, und um die Frage, woher der Korkton im Wein kommt.