IMMO.FM · Das Immobilienradio

Folge 55 · 12. April 2018 · 44 Min.

Gekauft wie nicht gesehen – Zwangsversteigerung

Zwangsversteigerung: Ablauf, Risiken und die Hoffnung auf ein Schnäppchen. Mirko Otto erzählt, wie er ein Mietshaus ersteigert hat, und rät Ihnen, vorher zehn Termine nur anzusehen.

Darum geht es

Ablauf der Zwangsversteigerung

Bisher ging es bei uns um den klassischen Kauf von einem Eigentümer, der verkaufen will. Was aber, wenn eine Immobilie gegen seinen Willen unter den Hammer kommt?

Zwei Wege führen dorthin: Eine Bank will ihr Darlehen zurück, oder Miteigentümer, oft Erben, einigen sich nicht. Das zweite heißt Teilungsversteigerung und gilt als letzte Möglichkeit.

Das Gericht holt in der Regel ein Gutachten ein, macht den Termin bekannt und lässt im Saal bieten. Nach dem Stand der Sendung vom April 2018 dauert die Bietzeit mindestens eine halbe Stunde.

Wie Erben ohne Gericht auseinanderkommen, lesen Sie im Beitrag Erbengemeinschaft: Auszahlen, verkaufen oder behalten.

Die Katze im Sack

Der Reiz liegt auf der Hand: keine Maklerprovision, weniger Mitbewerber, vielleicht ein Schnäppchen. Dafür gibt es keine Garantien, und oft können Sie die Immobilie nicht einmal von innen sehen.

Ihre wichtigste Quelle ist das Gutachten des Gerichts. Nur kam auch der Sachverständige in etwa der Hälfte der Fälle nicht hinein und stand dann, wie Sie, an der Grundstücksgrenze.

Schaubild: Kauf vom Eigentümer und Kauf in der Versteigerung im Vergleich. Besichtigung: Beim Kauf sehen Sie die Immobilie von innen, in der Versteigerung können Sie meist nicht hinein. Unterlagen: Beim Kauf holen Sie Unterlagen und Protokolle ein, in der Versteigerung haben Sie in der Regel nur das Gutachten des Gerichts, und auch der Gutachter kam oft nicht hinein. Makler: Beim Kauf kommt oft eine Provision hinzu, in der Versteigerung ist in der Regel keiner beteiligt. Rat der Folge: erst zusehen, dann bieten, und sich vorher eine klare Grenze setzen. Stand der Sendung 2018.

Mirko Otto hat eines seiner ersten Mietshäuser so gekauft, in einer Zeit, in der außer der Bank niemand mitbot. Er nennt das rückblickend blauäugig und sagt: „Glück in der Zeit damals.“

Drei Gedanken aus der Folge

Erst zusehen. Besuchen Sie mindestens zehn Versteigerungen, ohne zu bieten. Lesen Sie vorher die Gutachten und überlegen Sie, was Sie gezahlt hätten und wie oft Sie damit Erfolg gehabt hätten.

Bieterfieber. Ist der Markt knapp, steigern sich Bieter hoch, teils über Preise hinaus, die am freien Markt gar nicht erzielbar wären. Setzen Sie sich vorher eine klare Grenze.

Krumme Zahl. Liegt Ihre Grenze bei 500.000 Euro, dann bieten Sie bis 505.000, weil bei der runden Summe vielleicht auch ein anderer aufhört.

Kapitel

Springen Sie an die Stelle, die Sie interessiert.

Mehr zum Thema

Wenn Sie den Wert Ihrer Immobilie brauchen

Viele Folgen von IMMO.FM sind einige Jahre alt. Zahlen und Rechtslage können sich seitdem geändert haben.

ALLE FOLGEN VON IMMO.FM →

0:00

Gekauft wie nicht gesehen – Zwangsversteigerung

Der Anfang ist ein Gespräch

Was ist Ihre Immobilie wert?