Was ist eine Immobilienblase?
Im Herbst 2017 diskutieren wir unsere begründeten Vermutungen über eine Preisblase. Der Wirtschaftsverband ZIA hatte vor erheblichen Preiskorrekturen in den großen deutschen Städten gewarnt.
Mirko Otto und Doreen Wolf halten dagegen und fragen, was eine Blase überhaupt ausmacht. „Grundvoraussetzung für eine Blase ist natürlich, dass die Preise sehr stark steigen“, sagt Doreen Wolf.
Das allein genügt aber nicht. Dazu gehören Kredite, die kurz laufen und kaum getilgt werden, und Neubauten, die auf Verdacht entstehen, obwohl noch kein Käufer da ist.
Wann platzt eine Blase?
Eine Blase platzt plötzlich, während sich Preise für Häuser und Wohnungen sonst langsam bewegen. „Es muss ein externer Einfluss sein“, sagt Mirko Otto, etwa ein dramatischer Anstieg der Zinsen.
In den USA mussten Eigentümer verkaufen, weil sie die Anschlussfinanzierung oder die Raten nicht mehr schafften, und das große Angebot traf auf eine stockende Nachfrage.

Für Deutschland sahen beide das damals nicht. Welche Rolle der vorsichtige Wert der Banken dabei spielt, lesen Sie im Beitrag Warum die Bank weniger ansetzt als den Kaufpreis.
Drei Gedanken aus der Folge
Kreditblase. „Was wir halt nicht haben, ist eine Kreditblase“, sagt Doreen Wolf, denn die Käufer von 2017 tilgten viel und gingen nach ihrer Beobachtung sehr auf Nummer sicher.
Kein Bau auf Verdacht. Laut Mirko Otto gaben Banken einem Bauträger erst Geld, wenn ein fester Teil der Wohnungen verkauft war. Halbfertige Siedlungen wie in den USA entstehen so nicht.
Geld sucht Anlage. Der Moderator riecht trotzdem eine Blase, weil jeder noch dabei sein will. Mirko Otto räumt ein, dass bei niedrigen Zinsen die Alternativen fehlen und das die Preise treibt.
Ob Sie nach 43 Minuten zustimmen, entscheiden Sie selbst. Eine Kaufempfehlung ist das Gespräch nicht.