Ihr eigener Immobilienfonds
Immobilien gelten als bodenständige Geldanlage. Klassische Anlagen wie das Sparbuch haben ihnen gegenüber aber einen Vorteil: Sie müssen sich nicht darum kümmern.
Wenn Sie eine Immobilie als Kapitalanlage kaufen, bauen Sie sich Ihren eigenen Immobilienfonds. Das gilt schon bei einer einzigen Wohnung.
Und ein Fonds muss geführt werden. Das bedeutet Arbeit und spitze Bleistifte, vor dem Kauf und danach.
Gemeint ist nicht die Hausverwaltung. Sie kümmert sich um den laufenden Betrieb. Welche Ziele Sie verfolgen und wie jede Immobilie dazu passt, bleibt eine eigene Frage.
Fragen, die im Alltag untergehen
Wichtiger sind Fragen, die im Alltag leicht untergehen:
Miete
Wie und wann können Sie die Miete rechtmäßig erhöhen?
Mietverhältnisse
Welche rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen haben die bestehenden Mietverhältnisse für Ihre Planung?
Zusammenspiel
Wie passen Ihre Immobilien als Ganzes zusammen?
Rentabilität
Gibt es deutliche Unterschiede in der Rentabilität Ihrer Objekte?
Verkauf
Wenn Sie einmal Geld brauchen: Welche Immobilie verkaufen Sie zuerst?
Lebensplanung
Wie passt das alles zu Ihrer Lebensplanung?
Viele belassen es bei dem Satz: Die Miete kommt herein, und die Preise steigen von allein.
Wer rechnet aus, wie viel Prozent Verzinsung Ihre Immobilien wirklich bringen? Wer sieht sich jede einzeln an und prüft, wie sie sich entwickeln wird?
Bauchgefühl ist kein Maßstab
Als Eigentümer beurteilen Sie Immobilien immer auch mit Gefühl. Gefühl heißt Bauchgefühl und damit weniger Abstand. Vorteil Sparbuch: Selbst Briefmarken sind spannender.
Der Steuerberater kümmert sich um Ihre Steuern, die Bank um die Finanzierung, die Hausverwaltung um den Alltag im Haus. Ihr Rechtsanwalt wird die Rentabilität Ihrer Anlagen nicht hinterfragen.
Falls Sie also kein Immobilienprofi mit jahrzehntelanger Erfahrung sind: Wer ist Ihr Fondsmanager?
Auf den Prüfstand stellen
Ihre Immobilien auf den Prüfstand zu stellen ist wie Fitnesstraining oder die Routineuntersuchung beim Arzt: Sie haben erst deutlich später etwas davon.
Lassen Sie es, zeigt sich zunächst kein Schaden.
Ein Wertpapierfonds lässt sich verkaufen, um in einen anderen zu investieren. Bei Immobilien geht das auch, aber es will geplant sein.
Mehr oder wertvoller ist nicht zwingend das Beste. Die geglückte Vermietung und der Blick auf die Kontoauszüge sind nur der Anfang.
Am Anfang steht eine nüchterne Zahl: Was ist jede Ihrer Immobilien heute wert, und was bringt sie ein?
Zuerst erschienen 2016 als Kolumne im Magazin BERLINboxx, überarbeitet im Oktober 2026.