Mietspiegel: Berechnung in der Kritik
Mirko Otto hat sich schon einmal kritisch über den Mietspiegel geäußert. Wenn Sie seine Argumente hören, ist es leicht, das ganze Konzept mit einem Kopfschütteln zu quittieren.
In der Folge vom Oktober 2015 bespricht er eine Studie der International Real Estate Business School (IREBS) mit Vorschlägen für eine Neuregulierung des qualifizierten Mietspiegels.
Bis dahin, sagt er, wurde der Mietspiegel zwischen Kommune, Mietervereinen und Vermieterverbänden ausgehandelt und beruhte auf einer Befragung, von der nur wenige Antworten zurückkamen.
Vollerhebung statt Befragung
Die Autoren meckern nicht einfach, sie zeigen eine Lösung. Die erste Forderung fasst Mirko Otto so zusammen: „Politiker raus aus dem Mietspiegelprozess.“ Das gilt auch für die Verbände.
An die Stelle der Stichprobe soll eine Vollerhebung treten, also eine Datenbank, in die Vermieter ihre Mieten melden. Der Moderator vergleicht das mit der Kaufpreissammlung für Immobilien.
Dazu kommen weitere Punkte: ältere Daten nach ihrem Alter gewichten, die Lage genauer fassen, die Daten für Fachleute offenlegen und die Berechnung ausgebildeten Statistikern überlassen.
Drei Gedanken aus der Folge
Explosion. Politiker sprachen von explodierenden Mieten, der Berliner Mietspiegel 2015 wies gut zweieinhalb Prozent im Jahr aus. „Zweieinhalb Prozent ist jetzt nicht gerade Explosion.“
Drei Lagen. Von der Villa am Wannsee mit Wasserblick bis zur Plattenwohnung in Spandau soll alles in drei Lagekategorien passen. Vergleichbar ist das für Mirko Otto nicht mehr.
Neuverträge. Eine Mieterhöhung im laufenden Vertrag ist für ihn kein Marktgeschehen, weil sie gedeckelt ist. Er plädiert dafür, dass jede Neuvermietung verpflichtend gemeldet wird.
Seit Juli 2022 müssen Vermieter und Mieter zumindest Auskunft geben, wenn die Behörde sie für einen qualifizierten Mietspiegel befragt.
Welche Miete ein Gutachter ansetzt, lesen Sie im Beitrag Welche Miete im Gutachten zählt.