Bremse ohne Wirkung
Nach einer Studie des Deutschen Mieterbundes kümmern sich viele Berliner Vermieter kaum um die Mietpreisbremse.
Wohnungen werden für jeden sichtbar teurer angeboten, als es zulässig wäre. Mieter können sich kaum wehren.
Neue und bezahlbare Wohnungen müssten her. Die Neubauziele wurden aber verfehlt, und große Vorhaben wurden nach langer Planung wieder aufgegeben.
Es fällt schwer, die nächsten Ankündigungen ernst zu nehmen.
Immobilienblase oder Investorenkragen: Was platzt zuerst?Eine verwegene Vermutung
Ich denke inzwischen, dass der Politik die Wohnungsnot ganz gut zupasskommt. Sie ist eine treffliche Werbung für unsere Stadt. Verknappung schafft Anreiz und Image.
Klingt verwegen? Warum erleichtert die Politik dann Investoren nicht, Wohnraum zu schaffen?
Stattdessen kommen weitere Auflagen: Milieuschutz, Vorgaben zu Aufzügen und Energieeffizienz, Verbote, Wohnungen zusammenzulegen.
Wäre die Politik wirklich verzweifelt, würde sie nicht nur die Baukosten senken. Sie könnte auch den Nahverkehr ausbauen und das Umland besser anbinden, wo günstigere Wohnungen leer stehen.
Unfähig oder bequem?
Natürlich sind die Politiker nicht unfähig oder böswillig. Aber je weniger gegen die Wohnungsnot getan wird, desto attraktiver erscheint die Stadt nach außen.
Das ist bequem, und dabei lässt sich wenig falsch machen.
Erschienen im Dezember 2016 als Kolumne im Magazin BERLINboxx. Für den Blog gekürzt im Oktober 2026.