Mietdatenbank statt Mietspiegel?
Der neue Mietspiegel ist da, und zwar seit einer Stunde, als diese Folge im Mai 2017 aufgenommen wird. Zum ersten Mal dabei: Doreen Wolf, damals Gutachterin im Büro und selbst Mieterin in Neukölln.
Die Senatorin sprach von einer Mietexplosion. In der Sendung wird nachgerechnet: Der Mittelwert stieg in zwei Jahren um gut neun Prozent, im Jahr also um weniger als fünf. Am Markt sah es anders aus.
Mirko Ottos Gegenvorschlag: „Ich würde tatsächlich eine Mietdatenbank installieren.“ Jede Neuvermietung und jede Mieterhöhung würde gemeldet, und es gäbe viel mehr Daten als aus einer Befragung.
Wie der Mietspiegel entsteht
Doreen Wolf hat es selbst erlebt: Sie bekam einen Brief, und jemand kam vorbei, um die Daten aus ihrem Mietvertrag aufzunehmen. Den Termin schaffte sie nur, weil ihre Arbeitszeit das zuließ.
Genau da setzt die Kritik an. Es antworten vor allem Menschen, die tagsüber Zeit haben und oft schon lange in ihrer Wohnung leben. Neue, teurere Verträge kommen deshalb seltener in die Statistik.
Ihre eigene Miete lag trotz eines drei Jahre alten Vertrags knapp über dem oberen Wert. Mehr zur Miete in der Bewertung lesen Sie im Beitrag Welche Miete im Gutachten zählt.
Drei Gedanken aus der Folge
Qualität zählt kaum. Ob eine Wohnung ein neues Bad oder eine Einbauküche hat, schlug sich im Mietspiegel 2017 fast nicht nieder.
Zwei Vermieterverbände erkannten ihn nicht an, der Verband der großen Wohnungsunternehmen dagegen schon.
Zu träge. „Der Mietspiegel hat noch nie gestimmt“, sagt Mirko Otto. Als die Mieten Ende der Neunziger sanken, sank er nicht mit, und den Anstieg danach bildete er ebenso wenig ab.
Mietpreisbremse. Früher interessierte das niemanden. Seit sich auch neue Mieten am Mietspiegel messen lassen müssen, ist er nach seinen Worten ein viel wichtigeres Instrument geworden.