Kaufpreissammlung statt Buschfunk
Heute geht es um die klassischen Mythen der Immobilienbranche: ärgerliche, wunderliche oder schlicht falsche Dinge, die immer wieder erzählt werden und einfach nicht totzukriegen sind.
Ganz vorn stehen die Märchen über Kaufpreise, die vorzugsweise von Nachbarn kolportiert, beschönigt oder erhofft werden. Böse Absicht ist das selten, nur überprüft hat sie niemand.
Mirko Otto hält die Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses dagegen, weil jeder Notar eine Kopie des Kaufvertrags dorthin schicken muss. Was dort steht, wurde wirklich bezahlt.
Halb so teuer wie erzählt
Eine Bewohnerin des Berliner Corbusierhauses nannte ihm beim Spaziergang 2.500 Euro je Quadratmeter. Die beurkundeten Preise im Haus lagen im Mittel bei gut 1.200 Euro (Stand 2014).
Gelogen hat die Dame wohl nicht. Sie hatte die Zahl nur selbst irgendwo gehört und konnte sie nicht überprüfen, und genau so entstehen die Preise, die in einer Straße die Runde machen.

Auch Profis sitzen solchen Zahlen auf, weil sich Angebote aus den Portalen im Kopf festsetzen. Dort steht aber nur, was gefordert wird, und nicht, was am Ende beim Notar unterschrieben wurde.
Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Der verlangte Preis ist kein Kaufpreis.
Drei Gedanken aus der Folge
Maklerdeutsch. „Zentral gelegen“ kann heißen, dass die Fenster zittern. Fragen Sie am Telefon nach, was Ihnen wichtig ist, und lassen Sie sich vorab einen Grundriss schicken.
Platzreserven. So nannte ein Werbefilm die 50 Zentimeter zwischen Bett und Wand. Mirko Otto sah einmal eine „Einliegerwohnung“, die ein fensterloser Hobbyraum hinter dem Schwimmbad war.
Weggelassenes. Oft fehlt einfach eine Information. Lesen Sie vor dem Kauf einer Wohnung die letzten drei Protokolle der Eigentümerversammlung, denn dort stehen Streit, Rücklagen und Schäden.