Nachhaltigkeit in der Architektur
Seien wir ehrlich: Nachhaltigkeit ist ein etwas abgenutzter Begriff. Alle sind irgendwie dafür, aber was genau ist das?
Der Architekt Prof. Peter Ruge, noch einmal zu Gast, unterrichtet sie als Fach. Seine Antwort ist nüchtern: „Im Grunde ist erstmal Nachhaltigkeit ein Rechenmodell.“
Es stammt aus der deutschen Forstwirtschaft: nur so viele Bäume fällen, wie wieder gepflanzt werden. Beim Bauen ruht es auf drei Säulen, nämlich Ökologie, Ökonomie und dem Sozialen.
Fünf Euro und der Dämmwahn
Was ist das Nachhaltigste, das sich mit 5 Euro machen lässt? Diese Aufgabe stellt Peter Ruge seinen Studierenden. Eine beste Antwort gibt es nicht, denn erst muss das Ziel feststehen.
Eine Gruppe kaufte für einen Euro Kreide, damit der Professor wieder etwas an die Tafel schreibt. Das fand er gut, weil so mehr hängen bleibt.
Deutlich wird er beim Dämmen um jeden Preis, das auch Mirko Otto immer wieder anprangert. Für Peter Ruge ist dieser „Dämmwahn“ der falsche Weg.
Drei Gedanken aus der Folge
Gesamtsystem. Statt nur den Verbrauch zu drücken, soll ein Gebäude selbst Energie erzeugen. „Wir müssen hinkommen zum klimaneutralen Bauen“, sagt Peter Ruge.
Pilotprojekt. Sein Passivhaus in Südchina, wo vor allem das Kühlen die Aufgabe ist, hat gezeigt, dass es geht. Die erhofften Folgeaufträge blieben zunächst trotzdem aus.
Umnutzung. Ein Bankgebäude an der Budapester Straße in Berlin, gebaut in den achtziger Jahren, ließ sich nicht anders verwenden und wurde abgerissen. Nachhaltig ist das nicht.
Am Ende stellt er die G-Road vor, eine Sammlung von Ideen von der Bewässerung in der Wüste bis zur fahrbaren Arztpraxis.
Um Gebäude, die nur einem Zweck dienen, geht es auch in Folge 2: Welche Faktoren bestimmen den Verkehrswert?