Sanieren oder neu bauen?
Wenn Sie eine Immobilie kaufen, spielt der Unterschied zwischen Grundstück und Gebäude bisweilen eine große Rolle. Oft passt die Lage längst nicht mehr zum Zustand des Hauses.
Altbauten haben zu Recht viele Fans. Doch es gibt Bäder und Küchen, bei denen „alt“ eben nicht „schick“ bedeutet, und dann müssen Sie entscheiden, wie weit Sie gehen.
Mirko Otto hat in der Beratung oft erlebt, „dass die Leute den Umfang unterschätzen, der sich aus dem Anfassen von einem Ding ergibt“.
Die Kettenreaktion im Bad
Sie wollen nur neue Fliesen. Darunter liegen aber Wasserleitungen, die vierzig Jahre alt sind, und das eingeflieste Fenster tauschen Sie besser gleich mit.
Mit dem Fenster kommen Putz und Dämmung der Fassade, im Bad selbst Strom und Heizung. Es beginnt eine Kettenreaktion, deren Ende Sie vorher kennen sollten, nicht erst die Handwerker.

Tapete, Farbe und Teppich können Sie selbst kalkulieren. Bei allem, was darüber hinausgeht, rät Mirko Otto, jemanden mitzunehmen, der die Kosten einer Altbausanierung überschlagen kann.
Drei Gedanken aus der Folge
Die Gegenprobe. Lassen Sie sich Ihr Wunschhaus von einem Haushersteller kalkulieren und suchen Sie ein Baugrundstück dazu. Kostet der unsanierte Altbau mehr, stimmt etwas nicht.
Normmaße. Neu bauen ist oft günstiger, weil Fenster und Türen Standard sind. Im Altbau muss das Alte erst heraus und entsorgt werden, und das Neue ist häufig eine Sonderanfertigung.
Wegsehen können. Eine schwarz gestrichene Wand kostet einen Eimer Farbe. Wachsam sein müssen Sie bei dem, was sich nur teuer ändern lässt, etwa bei der Treppe oder dem Grundriss.
Am Ende bleibt die Substanz alt. Entweder Sie leben mit dem alten Standard, oder Sie denken ernsthaft darüber nach, „das Ding umzuschubsen“. Das betrifft übrigens auch Erben.
Wann fachlicher Rat vor dem Kauf hilft, lesen Sie im Beitrag Gutachter beim Haus- oder Wohnungskauf: Wann er sich lohnt.