Bezahlbarer Wohnraum: wer zahlt?
Mietpreisbremse, Bestellerprinzip, Umwandlungsverbot: Im März 2015 standen tiefe Eingriffe in den Immobilienmarkt an, alle mit einem Ziel: bezahlbarer Wohnraum für Mieter.
Mirko Otto ist sauer, weil er das Gegenteil erwartet. Sein Vorwurf an die Politik heißt Unehrlichkeit: „Nur weil es populär ist, ist es noch lange nicht richtig.“
Gegen das Gestalten hat er nichts. Er will nur die zweite Hälfte des Satzes hören, die Antwort auf die Frage: „Wer bezahlt das denn?“
Was kostet, kommt zurück
Der Aufwand des Maklers, die Dämmung, die Instandhaltung einer vermieteten Wohnung: Das alles kostet Geld, ganz gleich, welche Partei es gern anders hätte.
Ein Vermieter nimmt außer der Miete nichts ein. Also kommen neue Kosten über die Miete zurück, oder es finden sich weniger Menschen, die Wohnungen bauen, modernisieren und vermieten.
In der Sendung heißt das: „im Endeffekt bezahlt es jeder, der wohnt“, als Mieter über die Miete und als Eigentümer über die Sonderumlage.
Die Sendungsnotiz von damals spitzt es zu: Wie wäre es mit „Pizza für jedermann“, die in Ballungsgebieten nur noch 3,50 Euro kosten darf?
Drei Gedanken aus der Folge
Dämmung. Nachträglich zu dämmen kann ökologisch sinnvoll sein. Nach Mirko Ottos Rechnung von damals kostet es aber fast immer mehr, als es an Heizkosten einspart.
Steuern. Grunderwerbsteuer und Grundsteuer anzuheben und zugleich steigende Mieten zu beklagen, passt für ihn nicht zusammen, weil die Grundsteuer am Ende beim Mieter landet.
Vertrauen. Zwei Drittel des Wohnraums gehören laut Sendung Privatleuten. Werden die Regeln für sie ständig verschärft, vergeht ihnen die Lust am Investieren, und es fehlen neue Wohnungen.
Seine Prognose von 2015: In den großen Städten wird Wohnen auf keinen Fall billiger. Temperamentarm ist die Diskussion nicht, und eine Partei bevorzugt er dabei auch nicht.
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