Verkehrswert oder Marktwert?
Wüssten Sie spontan den Unterschied zwischen Verkehrswert und Marktwert? So einfach die beiden Begriffe klingen, so oft gibt es Missverständnisse.
Bei Aktien ist die Preisfindung ein Klacks: Millionen gleicher Papiere, Tausende Verkäufer und Interessenten, und der Computer bringt beide zusammen. Der Preis findet sich quasi von allein.
Und bei Immobilien? Jede gibt es nur einmal. Selbst im selben Haus sind die Wohnungen im zweiten und dritten Stock nicht gleich: Oben kann viel mehr Sonne sein, oder Schimmel.
Mirko Otto hat dafür eine griffige Erklärung: „Der Verkehrswert ist der wahrscheinlichste Kaufpreis zum Bewertungsstichtag.“

Verkehrswert und Marktwert: der Unterschied
Nirgends. „Der Marktwert ist genau der Verkehrswert“, sagt Mirko Otto. Auch der „Verkaufswert“, von dem Makler gern sprechen, meint richtig gerechnet nichts anderes.
Etwas anderes ist der Wert, den eine Immobilie nur für Sie hat. Denken Sie an Ihr Elternhaus: Sind Sie ganz sicher, dass es allen anderen das Gleiche wert ist wie Ihnen?
In der Sendung steht dafür eine alte Gartenlaube, über die eine Autobahn gebaut werden soll. Dem Besitzer ist sie eine Million wert, allen anderen höchstens 10.000 Euro.
Drei Gedanken aus der Folge
Besonderes Interesse. Zahlt der Nachbar mehr, weil er sein eigenes Grundstück damit besser nutzen kann, ist das kein Verkehrswert.
Glockenkurve. Beim Verkauf bekommen Sie ungefähr so oft etwas mehr wie etwas weniger als den Verkehrswert.
Über Nacht. Ein neuer Mieter mit langem Vertrag oder die Pleite des alten kann den Wert von einem Tag auf den anderen verändern.
Welche Werte es daneben gibt, lesen Sie im Beitrag Warum eine Immobilie mehrere Werte hat.