Woher die Zahlen stammen
Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin wertet jeden beurkundeten Kaufvertrag aus. Am 3. September 2026 hat er die Umsätze des ersten Halbjahres veröffentlicht.
Es ist eine erste Auswertung. Erfasst sind die Verträge, die dem Ausschuss bis zum 15. August vorlagen, und für das Vorjahreshalbjahr gilt derselbe Stand.
Die beiden Halbjahre lassen sich deshalb miteinander vergleichen, aber nicht mit den endgültigen Jahreszahlen für 2025. Später erfasste Verträge können die Zahlen noch verändern.
Der Berliner Immobilienmarkt 2025 in fünf ZahlenWeniger Verträge, weniger Umsatz
Kauffälle
Der Ausschuss zählt 10.330 Verkäufe im ersten Halbjahr 2026, nach 10.864 im ersten Halbjahr 2025. Das sind fünf Prozent weniger.
Geldumsatz
Umgesetzt wurden rund 6,1 Milliarden Euro nach rund 6,8 Milliarden, also etwa zehn Prozent weniger.
Die Überschrift des Zahlenblatts nennt zwölf Prozent. Die Tabelle rechnet mit einer berichtigten Vorjahreszahl und kommt auf zehn.
Eigentumswohnungen
7.212 Wohnungen wurden verkauft, nach 7.364 im Vorjahreshalbjahr. Das sind zwei Prozent weniger, bei einem Geldumsatz von rund 2,8 Milliarden Euro.
Ein- und Zweifamilienhäuser
1.185 Häuser wechselten den Eigentümer, nach 1.246 im Vorjahreshalbjahr. Der Geldumsatz sank um sieben Prozent auf rund 709 Millionen Euro.
Bauland
306 unbebaute Grundstücke wurden verkauft, 19 Prozent weniger als im Vorjahreshalbjahr. Davon waren 194 Baugrundstücke für den individuellen Wohnungsbau.
Die Preise bewegen sich kaum
Für das Halbjahr nennt der Ausschuss keine Preise je Quadratmeter. Er gibt nur an, wie sich der mittlere Kaufpreis gegenüber dem Vorjahreshalbjahr verändert hat.
Eigentumswohnungen
Der mittlere Kaufpreis lag ein Prozent über dem des Vorjahreshalbjahrs. Der Ausschuss nennt ihn nahezu unverändert.
Ein- und Zweifamilienhäuser
Das mittlere Preisniveau blieb nach den Angaben des Ausschusses stabil, die Veränderung liegt bei null Prozent.
Neubauwohnungen
Im Erstverkauf sank der mittlere Kaufpreis um acht Prozent.
Rechnet der Ausschuss die Mikroapartments bis 30 Quadratmeter heraus, ergibt sich ein Plus von rund zwei Prozent.
Bauland
Baugrundstücke für den individuellen Wohnungsbau kosteten im Mittel drei Prozent mehr, bei deutlich weniger Verkäufen.
Einen Preis je Quadratmeter gibt es nur für das ganze Jahr 2025. Damals lag das Mittel der verkauften Eigentumswohnungen bei 5.511 € je Quadratmeter Wohnfläche.
Mietshäuser: Wenige Verkäufe, große Ausschläge
Außerhalb von Paketen wurden 168 reine Mietwohnhäuser verkauft, zwölf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ihr Geldumsatz sank um 19 Prozent und das mittlere Preisniveau um vier Prozent.
Bei Wohn- und Geschäftshäusern mit Gewerbeanteil waren es 128 Verkäufe nach 133. Hier stieg der Geldumsatz um 17 Prozent, das mittlere Preisniveau um ein Prozent.
Der Ausschuss weist selbst darauf hin, dass bei so wenigen Verkäufen einzelne teure oder große Objekte den Umsatz und den Durchschnittspreis stark verschieben können.
Deutlich kleiner fiel das Geschäft mit Paketen aus, denn dort wurden rund 277 Millionen Euro umgesetzt nach rund 744 Millionen im Vorjahreshalbjahr.
Nach meiner Rechnung gehen damit rund zwei Drittel des gesamten Umsatzrückgangs auf die Pakete zurück, nämlich 466 von 687 Millionen Euro. Der Ausschuss zieht diesen Schluss nicht.
Was das für Ihre Immobilie bedeutet
Es wurde also seltener verkauft, aber im Mittel etwa zu den Preisen des Vorjahres. Das gilt für Berlin insgesamt und sagt noch nichts über eine einzelne Lage.
Immobilienpreise in Charlottenburg-Wilmersdorf 2025: Der Bezirk in ZahlenFür Ihr Haus oder Ihre Wohnung lässt sich aus dem Zahlenblatt kein Wert ablesen, denn es nennt keine Lagen, keine Baujahre und keine Preise je Quadratmeter.
Wenn Sie verkaufen oder kaufen wollen, zählt deshalb, zu welchen Preisen vergleichbare Objekte in Ihrer Lage zuletzt beurkundet wurden.
Der verlangte Preis ist kein Kaufpreis Haus oder Wohnung verkaufen: Zu welchem Preis?